fbpx

Was bedeutet es eigentlich Deejay zu sein? In den letzten Jahren hat sich der Beruf des Plattendrehers äußerster Beliebtheit erfreut, weshalb der Zuwachs an aktiven Discjockeys immer größer wurde. In diesem Artikel möchte ich ein wenig hinter die Kulissen blicken, da ich des öfteren gerade von jüngeren Künstlern um Tipps gebeten werde. Bevor ich gleich loslege möchte ich klarstellen, dass ich mit Sicherheit nicht der Erfinder des Auflegens bin und es sich bei meiner Ausführung rein um meine Sichtweise handelt. Ebenfalls spreche ich hier weder Produzenten noch eine Undergroundszene an, wo die Musik dementsprechend einen ganz anderen Stellenwert hat. Also gut! Legen wir mal los…


SCHENK MIR JETZT DEIN LIKE UM NICHTS ZU VERPASSEN!

Verantwortungsträger “DEEJAY” – Lassen wir diesen Satz einmal auf uns wirken. Verantwortung ist ein mächtiges Wort und bringt exakt auf den Punkt, worum es geht. Der “Otto-Normal-Booking-Deejay” von heute ist weder Superstar, noch hat er groß die Möglichkeit in seinen Sets vor Publikum herum zu experimentieren. Überrascht? Nein, war eh irgendwie klar oder? Die Booker von heute wählen gerade deshalb immer die selben Künstler, da sie zu 100% wissen, dass hier alles glatt läuft. Der Veranstalter muss seinem Deejay ein großes Maß an Vertrauen vorschießen, mit dem Risiko, dass es vielleicht nicht passt. Genau dieser Mix aus Vertrauensvorschuss und Risiko liegt dann beim einzelnen Plattendreher, der hier sehr viel Verantwortung zu tragen hat. Worauf baut ein guter Eventabend auf? Location ist mal der erste Punkt, dann gehen wir über zum guten Service und zuletzt zum Programm. Der Discjockey muss somit 1/3 oder mehr im Namen des Auftraggebers verantworten. Die Zeiten sind heute einfach so, dass ein fehlselektierter Track bares Geld kosten kann, weil die Gäste unzufrieden sind, das Lokal verlassen und vielleicht gar nicht mehr kommen. Dass jene Leute auch öffentlich schlecht über dieses Erlebnis reden, kann dann noch mal ein paar Gäste und einen angekratzen Ruf kosten. Jetzt die große Frage: “Wer von den ganzen Deejays da draussen kann mit dieser Verantwortung umgehen?”

Ich mache den Job mittlerweile schon seit 10 Jahren und lerne heute trotzdem in der Relation mehr dazu als in den Anfangszeiten. Na gut, die Musikindustrie hat die Gschwindigkeit rasant angezogen, weshalb es immer schwerer wird, in diesem Dschungel aus “guter/schlechter” Musik den Überblick zu bewahren. Beatport Charts und Co werden sowieso eingekauft und um wirklich die musikalische Spreu vom Weizen zu trennen bedarf es viel, viel Arbeit. Aber wieder zurück zum Ansatz: Als ich mit dem Auflegen begonnen habe, gab es eine gewisse Leichtigkeit beim Auftritt vor Publikum. Gespielt wurde sowieso nur was ich für gut befunden habe und irgendwie hatte ich Glück, dass es geklappt hat. Waren aber auch andere Zeiten! Von dem ganzen “Verantwortungskram” hatte ich sowas von keinen Schimmer. “Hauptsache, ein bisserl Musik spielen die mir gefällt und mich darauf feiern lassen.” Diese anfängliche Unbeschwertheit ist für eine gewisse Frische in der Clublandschaft vielleicht gar nicht so schlecht – ABER – ich würde auf jeden Fall empfehlen einen Newcomer aufzubauen – SPRICH – es sollte schon ein Veteran daneben stehen und seinen Input geben. Die meisten von uns Deejays haben ihre Anfänge meist beim Onkel Manfred (nennen wir ihn einfach mal so) in der Kellerbar. Da gehts noch nicht wirklich um was und ein bisserl “Party Halli Galli Sound” kann dem Manfred ja nicht schaden weil die Gäste eh alles Freunde von mir sind. Sehr geil! Gehts dann in Richtung Club von Veranstalter “Mag. Dr. Sowieso” sind wir in einer anderen Liga angekommen wo sich der “Hobbydeejay Kellersound” einfach nicht spielt. Wir sind wieder bei der Verantwortung gelandet. Ich denke einer der wichtigen Punkte um dem gewachsen zu sein ist Erfahrung. Es wird in letzter Zeit sehr viel über das Thema geschrieben, weshalb ich mich jetzt auch der Thematik widmen möchte. Ich behaupte: “Du kannst ein großes Naturtalent sein, aber trotzdem fehlt dir die nötige Erfahrung”. Nein, keine Angst ich will dich mit dieser Aussage weder demotivieren noch schlecht machen. Im Gegenteil das soll ein Aufruf für alle Kollegen da draussen sein, wieder mehr zusammen zu halten. Zusammenhalt würde zumindest bedeuten, dass der einzelne Künstler weniger Gegendruck von seinem Kollegium und gleichzeitig mehr Rückenwind bekommt. Tut mir gut, tut dir gut, dem Publikum, dem Club sowie Booker und vor allem einer Szene die ja doch eine große Familie ist…

Was ist eure Meinung dazu? Welche Erfahrungen habt ihr mit den angesprochenen Dingen gemacht? Erzählt es mir! Ich bin wirklich sehr gespannt darauf, Erlebnisse auszutauschen. Sobald mich wieder die Muse küsst, geht diese Serie weiter. Mein Blog wird jetzt wirklich wieder mehr genutzt – versprochen – Bis dahin… lasst knacken!

April 2014 | #derGrandits
WWW.GRANDITS.INFO